RC-Steuerung einbauen

Ich steuere meine Boote mit der 2,4 GHz Steuerung FS-i6 von Flysky. Sie hat 6 Kanäle, ist sehr preiswert und trotzdem erstaunlich leistungsfähig.
Als Empfänger nutze ich den FS-iA6 von Flysky. Der hat auch 6 Kanäle und ist ebenfalls äußerst preiswert, zudem sehr klein und leicht.
Eine weiter gehende Beschreibung der Steuerung spare ich mir hier, da man das Handbuch bei Flysky herunter laden kann und bei YouTube etliche Videos zum Thema findet.
Hier beschränke ich mich darauf, einige, meiner Meinung nach wichtige Dinge zum Thema Fernsteuerungen allgemein und dem Einbau meiner Flysky in in die DF darzustellen und ein paar Hinweise auf YouTube-Videos zu geben.

Einbau und Inbetriebnahme

Der „Modus“

Ich besitze eine „Modus 2“ Fernsteuerung. Der Modus bezieht sich auf die Fernsteuerungen  mit zwei Steuerhebeln. Es gibt ingesamt 4 Modi, von denen nur die ersten beiden für RC-Segler interessant sind, die anderen beiden mehr für die RC-Fliegerei.
Neben den verschiedenen Belegungen der Kanäle werden durch die Modi auch zwei unterschiedliche Bauarten des Senders beschrieben:
Modus 1 – Der rechte Steuerhebel geht nach Loslassen nicht automatisch in die Neutralposition in der Mitte zurück.
Modus 2 – Der linke Steuerhebel verhält sich derart.

Die meisten Segler sind Rechtshänder und bevorzugen offenkundig Modus 2. Dabei wird links die Segelstellung gesteuert, also „Gas gegeben“ und rechts das Ruder.
Ob Linkshänder eher den Modus 1 bevorzugen ist mir nicht bekannt. Auf jeden Fall sollte man sich vor dem Kauf im klaren sein, gem. welchem Modus die Fernsteuerung ausgestattet ist und sich beim Kauf vergewissern, das man auch die richtige kauft.

Die für die Flieger zusätzlich relevanten Modi 3 und 4 sind eher eine Kanalbelegungssache. Der nicht selbst neutralisierende Steuerhebel entspricht beim Modus 3 dem Modus 1 und beim Modus 4 dem Modus 2. Für RC-Segler sind diese Modi uninteressant.

Das „Binding“

Bevor ich die Steuerung einbaute, musste ich das „Binding“ zwischen Sender und Empfänger durchführen. Fernsteuersender und -empfänger müssen zum Kommunizieren die gleiche „Sprache“ sprechen. Bei älteren Fernsteuerungen, die im MHz-Bereich arbeiteten, wurde dies durch gleiche Quarzpaare sichergestellt.
Dies war mit der Einführung der Fernsteuerung im 2,4 GHz-Bereich Vergangenheit. Bei ihnen braucht man keine Quarze mehr und stellt nun die Kommunikationsfähigkeit durch das „Bindung“ her. Das ist bei meiner Flysky sehr simpel durchzuführen:

  • Sender und Empfänger sind ausgeschaltet!
  • Den Binding-Stecker auf B/VCC des Empfängers stecken.
  • Den Stecker des Akkupacks auf einen der Channels stecken.
  • Die rote LED blinkt schnell.
  • Den „Bind Key“ am Sender gedrückt halten und den Sender einschalten.
  • Die rote LED blinkt langsam – das Binding ist hergestellt.
  • Die Stecker Akkupack und Binding vom Empfänger abnehmen.
  • Den Sender ausschalten.

Durch das Binding können Sender und Empfänger jetzt kommunizieren. Wenn beide eingeschaltet sind und ein Servo angeschlossen ist, dann leuchtet die rote LED, ohne Servo blinkt sie langsam.

Schakka 50S: Wichtige Einstellungen an der Flysky i6 und Binding:

Bevor ich weiter machte, verband ich für einen provisorischen Test die Akkus mit dem Schalter und diesen mit dem Empfänger. Den Ruder-Servo schloss ich an Kanal 1 an (rechter Steuerhebel), den Segel-Servo an Kanal 3 (linker Steuerhebel). Dann schaltete ich die Anlage ein. Alles funktionierte auf Anhieb einwandfrei!

Korrektes Ein- und Ausschalten der Anlage

Die Reihenfolge ist wichtig, da der Empfänger sonst mangels Verbindung zum Sender u.U. wirre Aktionen mit den Servos ausführt. Die Abfolge ist wie folgt:
Zum Einschalten: Zuerst den Sender einschalten – dann den Empfänger.
Zum Ausschalten: Zuerst den Empfänger ausschalten – dann den Sender.

Einbau des Empfängers und der Akkuhalterung

Zunächst musste ich herausfinden, wo Akkus und Empfänger denn ihren Platz im Rumpf haben. Dazu gibt auf Seite 11 des Manuals ein Foto Aufschluss. Zum Einsetzen der Akkuhalterung habe ich zunächst die kleine Abdeckplatte im Servoträger ausgeklipst. Die Akkuhalterung ist, obwohl es so scheint, nicht quadratisch. Sie passt nur in die Aussparung unter der Platte, wenn der kleine Schlitz auf der Oberseite parallel zur Längsachse des Rumpfes verläuft.
Dann schliff  das Akkupack an der Trommel des Segel-Servos. Hier schuf ein simples Gummiband Abhilfe.

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In den rechteckigen Ausschnitt kommt der Akkuhalter. Das Gummi hält ihn von der Trommel ausreichend fern. Die Antennen sind bereits verlegt, der Empfänger mit Klett befestigt

Ein kleineres Problem war für mich die Verlegung der Empfänger-Antennen. Mein Anlage unterstützt Diversity und daher besitzt der Empfänger derer zwei. Diese sollten für einen optimalen Empfang möglichst im rechten Winkel zueinander montiert werden.
Ich wollte zunächst eine senkrecht über Deck und eine waagerecht unter Deck anbringen, wusste aber nicht wie, ohne das Deck anzubohren. Im Forum riet man mir, beide unter dem Deck, möglichst hoch und im rechten Winkel zueinander zu montieren. Eine parallel und eine quer zur Längsachse des Rumpfes. So machte ich es dann auch.
Die Antennen liegen jetzt in etwa auf einer waagerechten Ebene, was wiederum in etwa der Ebene entspricht, auf der die beiden Antennen des Senders normalerweise liegen. Meine zuvor ins Auge gefasste Installation auf einer senkrechten Ebene wäre also gar nicht optimal gewesen, da Sender- und Empfängerebene ca. im rechten Winkel zueinander gestanden hätten.

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Das Verlegen der Antennen war frickelig. Eine klebte ich längs oben an die Bordwand (hinten), die andere quer hinter den Schwerkasten unter das Deck. Fixiert wurde mit Tesa-Textil

Den Empfänger befestigte ich mit selbstklebendem Klettband auf dem Servoträger vor dem Segelservo.

Abschluss-Test

Zum Abschluss testete ich die Anlage noch einmal. Beide Servos liefen perfekt. Die Feineinstellung erfolgte erst zum Abschluss des Auftakelns.

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Fertig, alles funktioniert prima, nichts schleift

Einstellmöglichkeiten

Das bei Flysky herunterladbare Manual zeigt die diversen und umfangreichen Einstellmöglichkeiten recht gut. Für die Dragon Force und RG-65 Boote braucht man diese Möglichkeiten nur teilweise, da lediglich zwei Kanäle angesteuert werden und dies auch nicht so kritisch ist, wie z.B. die Ansteuerung einer Drohne.
Ich habe für die Dragon Force nur den Namen geändert und mit den Trimmhebeln den Stellweg für das Segel sowie einen maximalen Ruderausschlag zu beiden Seiten von 45° eingestellt. Das wars dann schon.

Mike Rutschilling: Überblick über die Einstellmöglichkeiten der FS-i6

Allgemeines

Zugelassen oder nicht, legal oder illegal?

Über diese Thematik kursieren im Web wildeste Spekulationen. Für den Laien verständliche Ausführungen von tatsächlich fachkundigen Personen fand ich bisher nicht. Daher recherchierte ich in den mir bekannten Rechtsvorschriften selbst ein wenig und gebe hier meine Erkenntnisse wieder. Allerdings ausdrücklich und ehrlicherweise ohne Gewähr, denn auch ich bin nicht wirklich fachkundig.

Meine Anlage ist z.B. für Europa mit der Zertifizierungsnummer CE 0678 zertifiziert und für die USA  mit der FCC ID : N4ZFLYSKYI6. Dies geht u.a. auch aus dem Manual hervor und wird auch auf der Website des Herstellers genau so veröffentlicht.
In Europa müssen CE-Zertifizierungen beim gewerbsmäßigen In-den-Verkehr-bringen, also dem Verkauf durch einen Händler, möglichst dauerhaft z.B. auf Elektronikwaren gekennzeichnet werden (s. z.B Bild oben).
Es werden meiner Kenntnis nach aber auch z.B. Flysky Anlagen – obwohl zertifiziert – ohne diese Kennzeichnung von Händlern verkauft. Sollte dies einer zuständigen Behörde bekannt werden, hat nach meinen Recherchen der Händler ein Problem. Bußgelder, Warenbeschlagnahmen usw. drohen.
Der Erwerber, Besitzer oder Nutzer so einer Anlage ist im Normalfall von derartigen Dingen jedoch nicht betroffen. So kann seine Anlage z.B. nicht ohne einen schwerwiegenden Grund eingezogen werden.
Der Vertrieb derartiger Anlagen durch Gewerbetreibende ist demnach illegal, nicht jedoch ihr Erwerb , der Besitz oder ihre Nutzung durch eine Privatperson. Auch der Weiterverkauf durch eine Privatperson nicht. Importiert man sie als Privatperson aus China muss man allerdings damit rechnen, dass der Zoll sie einzieht.
Soweit meine Recherchen. Ich möchte jedoch deutlich darauf hinweisen, das ich keinerlei Verantwortung und Haftung für die Richtigkeit dieser Angaben übernehmen kann, denn ich bin kein Fachkundiger, weder Zöllner noch Jurist. Wenn sich also jemand daran orientiert, tut er dies vollkommen auf eigene Verantwortung!
Sollte ein Fachkundiger andere, bzw. neue Erkenntnisse, Richtigstellungen oder Ergänzungen zu diesem Thema haben, wäre ich für eine Information dankbar.

Etwas Fernsteuerungs-Chinesisch

Diversity – Sender und Empfänger besitzen je zwei Antennen. Wenn der Sender zwei bewegliche Antennen außerhalb des Gehäuses besitzt, sollten diese im rechten Winkel z.B. auf der wagerechten Ebene zueinander ausgerichtet werden, bei einem Sender mit Antennen im Gehäuse ist die meist auf der waagerechten Ebene bereits so eingerichtet.
Beim Empfänger müsste man dann im Modell die Antennen ebenso auf der annähernd waagerechten Ebene im rechten Winkel, z.B. parallel und quer zur Längsachse, anbringen.

Telemetrie – Sensoren nehmen im Modell Messwerte (z.B. Spannung Empfängerakku) auf und übermitteln diese über den Empfänger und einen „Rückkanal“ an den Sender. Sender und Empfänger sind also in der Lage zu senden und zu empfangen.

TX – Transmitter = Sender

RX – Receiver = Empfänger

AFHDS – Protokoll („Sprache“) für Kommunikation zwischen Sender und Empfänger

AFHDS 2A – Protokoll für Kommunikation zwischen Sender und Empfänger

PWM – Puls Weiten Modulation. Gebräuchlichstes Protokoll zwischen Empfänger und Servos. Pro Servo wird eine Verbindung benötigt.

Die folgenden Protokolle finden hauptsächlich bei Flugmodellen Verwendung, da die Verkabelung übersichtlicher und leichter ist.

PPM – Puls Pausen Modulation. Protokoll zwischen Empfänger und Servos. Es wird nur eine Verbindung zwischen dem Empfänger und den Servos benötigt.

PCM – Puls Code Modulation. Protokoll zwischen Empfänger und Servo. Das Signal ist digital, ermöglicht eine Fehlerkorrektur und gilt als zuverlässiger als PPM. Es wird nur eine Verbindung zwischen dem Empfänger und den Servos benötigt

SBus – Serielles Protokoll zwischen Empfänger und Servo (z.B. FrSky, Futaba). Es wird  nur eine Verbindung vom Empfänger zu allen Servos benötigt und nicht für jeden Servo eine.

IBUS – Sehr neues serielles Protokoll zwischen Empfänger und Servo (z.B. Flysky), das auch Zwei-Wege-Kommunikation erlaubt. Es wird nur eine Verbindung vom Empfänger zu allen Servos benötigt.

 

 

 

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