Dual-Drive Feeder für den U30Pro

Mit einem Mal sahen meine Drucke grottenschlecht aus. Offenkundig kam nicht mehr genug Filament bei der Nozzle an.
Hotend gecheckt: Alles ok – aber gleich mal die Noozle gewechselt. Bowden: Auch ok – aber gleich mal gegen einen Capricorn ausgetauscht. Der Plastik MK8-Feeder: Der Übeltäter!
Der bewegliche Arm (Idler) hatte einen Riss. Ein Problem, über das oft bei Plastik-Feedern aller Bauarten berichtet wird.
Wegen des den Risses drückte die auf dem Arm montierte Rolle zum Gegendrücken des Filaments nicht mehr genug gegen das geriffelte Tranportrad. Das Filament bekam nicht mehr ausreichend Vorschub und die Drucke wurden zwangsläufig Murks.

Was tun? Ich hatte noch einen schönen Dual-Drive Feeder für einen CR10S aus solidem Aluminium in meinem Fundus. Ursprünglich wollte ich mit ihm mal das Original aus Plastik ersetzen, stellte jedoch fest, dass seine beiden Transporträder einen geringeren Durchmesser, als das am Origanal hatten. Da ich befürchtete, dass dadurch der Vorschub des Filaments nicht mehr ausreichend sein könnte, baute ich diesen Feeder bisher nicht ein. Wie man ggf. die Software des Druckers anpassen könnte, davon habe ich leider immer noch keinerlei Ahnung.

Der Not gehorchend baute ich also den Feeder erst einfach mal ein. Vielleicht könnte ich ihn ja über geeignete Einstellungen am Drucker oder im Slicer – Stichworte Fluss, Linienbreite – irgendwie akzeptabel zum Laufen bringen.

Was ich allerdings für den Feeder bereits vorbereitet hatte, war ein Filamentschutz mit Aufnahme des Run-Out Sensors und einer Bowden-Kupplung. Für dessen Montage hatte ich zwei M3-Gewinde in den Arm des Feeders schneiden müssen.

Der Filamentschutz

Das Ganze montierte ich also und harrte dann gespannt auf das Ergebniss des ersten Drucks.
Ich mache es kurz: Der Druck eines Bugsegmentes der mantaEVO im Vasenmodus zeigte keine Unterschiede zu den bisherigen, wirklich guten Ergebnissen! Bei anderen Teilen muss ich jedoch noch ein wenig mit Fluss und/oder Linienbreite experimentieren, denn da habe ich tatsächlich den Eindruck, dass die Linien etwas zu mager ausfallen.
Insgesamt bin ich aber doch positiv überrascht. Hatte ich doch wegen der deutlich anderen Geometrie der Transporträder mehr Probleme erwartet. Einer Anpassung der Software bedarf es nach meiner Beobachtung nicht zwingend, um Drucken zu können. Aber empfehlenswert wäre sie schon.

Trotzdem werde ich wohl den Dual-Feeder durch einen MK8-Feeder aus Alu ersetzen, um Anpassungsprobleme zu vermeiden. Zumindest solange, bis ich die Software anpassen kann. Die Feeder findet man z.B. bei Ali Express in den Shops von Two Trees oder FYSETC. Letzterer verfügt als Besonderheit über eine weitere Bowden-Kupplung am Filamenteingang. Dadurch lässt sich mit einem kurzen Stück Bowden leicht ein Filmentschutz realisieren. Und an den kann man wiederum mit wenig Konstruktionsaufwand in Fusion 360 o.ä. und einer weiteren Bowden-Kupplung den Run-Out Sensor anschließen. Ich würde dieses Modell wählen.

Die Aufnahme des Run-Out Sensors des U30 Pro läßt sich leicht mit zwei Kupplungen anschließen

Dual-Feeder man auch in den Shops von Two Trees oder FYSETC.

Nachträglich ärgere ich mich durchaus ein wenig, nicht gleich einen Alu-Feeder eingebaut zu haben. Aber vor ein paar Monaten hatte ich noch kaum Ahnung von der 3D-Materie und war einfach etwas unsicher. Und schließlich: Never change an running system!

Ein paar Anmerkungen zu den Feedern:

  • Über die Bruchanfälligkeit der Idler an billigen Plastikfeedern wird immer wieder berichtet. Und das bei allen möglichen Herstellern. Der Rat: Wann immer möglich gegen Metall-Idler oder gleich Ganzmetall-Feeder austauschen!
  • Bei Druckern mit Filamentzuführung über Bowden: Wenn schon ausgetauscht wird, dann möglichst gegen einen Dual-Drive Feeder – aber nur, wenn man die Software anpassen kann! Da diese zwei synchrone Transporträder besitzen, bieten sie einen besseren Filamentvorschub. Mit z.B. flexiblem TPU Drucken wird dadurch wesentlich erleichtert, z.T. sogar erst ermöglicht.
  • Für den U30Pro würde ich zumindest eine MK8-Feeder aus Alu empfehlen. Mein Favorit wäre der FYSETC mit einer Aufnahme für den Run-Out Sensor.

Downloads:
STL für den Filamentschutz am Dual-Drive
STL für die Sensoraufnahme U30 Pro an FYSETC-Feedern

Edit 06. April 20120

Zwischenzeitlich habe ich gelernt, YT sei dank, mittels Pronterface den Feeder zu kalibrieren und die korrekten Steps einzustellen. Ich habe also die korrekten Steps für den Dual-Drive eingestellt und zu meinem Erstaunen war das Ergebnis deutlich schlechter, als mit den unkorrekten alten Steps. Eigenartig.
Bis mein MK8-Feeder von FYSETC irgendwann eintrifft habe ich jetzt erst einmal einen einfacheren von Ebay eingebaut. Wieder die Original-Steps eingestellt und Probedruck gestartet. Fast das gleiche Ergebnis, wie mit dem kaputten MK8-Feeder.

Der einfache MK8-Feeder. Das große freiliegende Stück Filament verhindert den Druck von TPU u.ä.

Ich denke, mit dem FYSETC bekomme ich alles wieder ins Lot. Warum will ich unbedingt den FYSETC einbauen? Anders, als beim jetzigen Feeder wird das Filament ganz dicht am Transportmechanismus aufgenommen. Dadurch wird es auch möglich sein, sehr weiches Filament, wie z.B. TPU, zu drucken.


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