3D-Drucker mit Einhausung im IKEA Ivar-Regal

Der U30 Pro müsste doch eigentlich in mein IKEA Ivar-Regal passen?! Tatsächlich, ich brauchte nur eins der 30 cm Regalbretter gegen eines mir 50 cm Tiefe austauschen und das musste dafür nur minimal angepasst werden.
Und dann kam mir gleich noch eine Idee: Warum nicht auch gleich eine Einhausung einbauen? Die musste sich doch unter Nutzung des Regalgegebenheiten ohne viel Aufwand relativ einfach und wohl auch preiswert realisieren lassen. Gesagt, getan!

Drucker im IKEA Ivar-Regal

In das untere 50er Regalbrett sägte ich zwei Aussparungen, damit es zwischen die Regalholme passt. Zum genauen Anzeichnen nutzte ich eines der 30er Bretter.

Das nun deutlich breitere untere Brett könnte bei Belastung der vorderen Brettkante u.U. hinten hoch kippen. Um dies zu vermeiden, habe ich an den hinteren Regalholmen einfache Drehriegel angebracht, die das Brett fest verkeilen. Die Dinger werden einfach mit den Bolzen für die Regalbretter in die Löcher der Holme gesteckt.
Damit das Brett nicht durchbiegt und zur Vermeidung größerer Schwingungen, habe ich unter das Brett noch Verstärkungen montiert. Aufgrund dieser beiden Maßnahmen musste ich es vorn nicht mehr extra abstützen. So sieht es so m.E. auch etwas besser aus.

Simple und preiswerte Einhausung im Ivar-Regal

Warum überhaupt eine Einhausung? Ganz einfach. Manche Filamente wie z.B. ABS oder ASA reagieren beim Drucken empfindlich auf Luftzug. Die Folge ist dann Warping bis hin zu Ablösung des Druckobjektes vom Druckbett. Aber auch das Druckbild kann beeinträchtigt sein. Eine Einhausung verhindert dies deutlich. Da ich mit o.g. Filamenten Drucken möchte ist also eine Einhausung erforderlich.
Auch einen Nebeneffekt gibt es: Weitere Geräuschdämpfung des Druckers.

Für die Ivar-Einhausung nutze ich, was bereits vorhanden ist: Das untere 50er Regalbrett, auf dem der Drucker steht, das 30er Regalbrett darüber und die der Wand hinter dem Regal.

Die Seitenwände
Viel Geld wollte ich nicht investieren. Darum fertigte ich die Gehäuseteile aus 4 mm starken, transparenten Polycarbonat-Platten (Makrolon), die mich inklusive Versand 47 € kosteten. Gekauft habe ich sie bei Kunststofftechnik Groda (Plextex), die auch maßgenau zuschneiden. Plexiglas ist teurer. Mit den restlichen Teilen gab ich ca. 60 € aus.

Die Seitenwände werden unter, bzw. auf den Regalbrettern mittels aufgeleimter 10 x 10 mm Holzleisten geführt, in die sie einfach hinein geschoben werden. Um zu ermitteln, wie weit die Führungen auseinander liegen müssen, stellte ich die Seitenwände provisorisch senkrecht neben den Drucker. Ca. zwei Zentimeter Spielraum links und rechts schienen mir ideal. So hatte alles genügend Platz in der Einhausung und diese kann bei Bedarf problemlos und schnell auf- oder abgebaut werden. Die unteren Führungen ließ ich ca. 10 mm vor der Kante des Regalbrettes enden. So kann hier die Frontwand zur Montage dort einfach aufgestellt und dann angekippt werden. In eine der Seitenwände fräste ich einen Schlitz 5 x 250 mm als Durchlass für das Filament.

Die Vorderkanten der Seitenwände stabilisierte ich innen mit 10 x 10 mm Holzleisten. Daran brachte ich dann noch jeweils oben, unten und in der Mitte Kontaktflächen aus Eisen für den späteren Magnetverschluss der Frontwand an. Damit diese später genau auf den Vorderkanten der Seitenwände aufliegt, hatte ich die Stabilisierungsleisten entsprechend der Dicke Magnet + Kontakteisen nach hinten versetzt angebracht.
Eingeschoben sollen die Seitenwände hinten an der Wand möglichst sauber abschließen. Es ist also wichtig, dass sich hier keines der Ivar-üblichen Versteifungskreuze befindet. Die hintere Kanten müssen ggf. noch etwas angepasst werden. Die Spalte der Regalbretter zur Wand sind bisher nicht erheblich.

Die obere Abdeckung
Da das obere Regalbrett 20 Zentimeter schmaler als das untere ist, muss die Einhausung an dieser Stelle nach oben verschließbar sein. Dafür nutze ich ein passendes Stück Polycarbonat, das einfach aufgelegt wird. Damit es nicht nach links oder rechts verrutschen kann, sind kleine Führungen angebracht. Dafür verwendete ich simple Regalbretthalter aus dem Baumarkt, die ich einfach angeschaubte.
Bei Bedarf kann ich die Abdeckung auch als variable Entlüftung nutzen.
Da einfach abnehmbar habe ich zudem auch einen etwas besseren Zugang zum Innern der Einhausung.

Die Frontwand
Die Frontwand als „Tür“ sollte einfach bedienbar sein. Sie wird von Magneten gehalten. Dafür verwendete ich aufklebbares Magnetband, das ich innen entsprechend der Eisenflächen auf den Stabilisierungsleisten der Seitenwände links und rechts auf der Frontwand anbrachte. Unten und oben jeweils wieder kleine Führungen, die später eine schnelle und exakte Montage gewährleisten sollen. Für eine leichtere Handhabung schraubte ich oben und unten kleine Griffe an.
Zur Montage wird die Frontwand einfach etwas nach vorm gekippt auf das Regalbrett gestellt, so dass die unteren Führungen eingreifen, und dann angekippt. Fertig!

Beleuchtung
Da ich immer gern gute Sicht auf mein Druckobjekt und den Drucker insgesamt habe, wird alles gut beleuchtet. Für die X-Achse habe ich mir bei Thingiverse ein Halterung für LED-Band heruntergeladen und montiert, die das Druckbett beleuchtet.
Zur weiteren Ausleuchtung des Innenraums nutze ich LED-Klemmleuchten von IKEA, die am Regal angebracht von außen alles beleuchten.

Grundsätzlich gibt es je nach Drucker ein paar Dinge bei der Planung zu berücksichtigen. Hier die m.E. wichtigsten:
1. Zugang zum Netzschalter
2. Filamentzuführung
3. Zugang zum SD/Micro-SD Slot, ggf. USB-Anschluss

zu 1.
Mein Drucker wird hinten an-/ausgeschaltet. Ungünstig in einer Einhausung! Daher nutze ich dafür eine Schaltsteckdose. Die Kabelführung ist unproblematisch, da sich zwischen Regalbrett und Wand ein Spalt befindet.
zu 2.
Bei mir hängt das Filament seitlich unter dem oberen Regalbrett und wird von dort zugeführt. Für eine einfache Handhabung von außen hatte ich bereits am Feeder ein Stück Bowden-Schlauch mit einer entsprechenden Kupplung angebracht. Das wird bei der Montage der Seitenwand einfach durch o.a. Frässchlitz in der Seitenwand gesteckt. Der Bowden ist dank des Schlitzes vertikal beweglich und das Filament kann komfortabel von außen zugeführt und gewechselt werden.
zu 3.
Für dieses Problem besorgte ich mir bei Ali eine SD-Slotverlängerung die auch gleich die fummeligen Micro-SD in normales SD verwandelt. Eine entsprechende Halterung für die Frontseite fand ich bei Thingiverse.

Wie bereits erwähnt, können diese Dinge dem jeweilige Drucker entsprechend unterschiedliche Lösungen erfordern. Wichtig ist nur, dass man sie bei der Planung der Einhausung nicht vergisst.

Die fertige Einhausung mit Filamentzuführung und Beleuchtung

Die Unterbringung des Druckers im Ivar-Regal sowie die Einhausung sind preiswert und einfach zu realisieren und funktionieren bestens.
Die Einhausung kann schnell und ohne Werkzeug montiert und demontiert, geöffnet und geschlossen werden und braucht nur wenig Raum zur Aufbewahrung. Ideal vor allem, wenn man bereits ein Ivar-Regal besitzt.

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