#2 – mantaEVO – Andy’s RG-65 Bausatz in 3D

Der Rumpf mit seinen Einbauten war fertig gestellt. Nun ging ich daran, alles Beiwerk zu fertigen: Kiel, Ruder und Riggs usw.. Zum Schluss baute ich dann noch die RC-Anlage endgültig ein.

Kiel

Das Schwert hatte ich mir passgenau fertigen lassen. Ballast hatte ich noch einen erstklassigen von Manfred Prothmann (er fertigt leider nicht mehr) mit 600 g liegen – was auch genau Andy’s Empfehlung entsprach.
Zunächst bereitete ich das Schwert vor. Ich befestigte es im Rumpf und überprüfte zunächst seinen Sitz mit dem Kreuzlaser. Bei waagerechter CWL war die Vorderkante des Schwertes genau senkrecht. Es sollte später vom Rumpfboden – Oberkante Ballast von 290 mm lang sein. Der Schlitz im Ballast ist 10 mm tief. Ich markierte also Rumpfboden und Schnittstelle bei 300 mm mit Klebeband. Den Schnitt markierte ich dann mit 2,0° zur Hinterkante abfallend und kürzte das Schwert mit einer Trennscheibe. Ein Steigungswinkel von 1,5 – 2,0 ° soll optimal sein.

Vor dem Verkleben musste ich jedoch zunächst die optimale Längsposition des Ballastes ermitteln. Dafür befestigte ich das Schwert provisorisch aber sicher mit reichlich Paketklebeband in der Mittelposition der Ausfräsung am Ballast und setzte den Rumpf ins Wasser. Das Trimmen konnte dann ggf. durch vorsichtiges Verschieben des Ballastes erfolgen. Im Boot befand sich die komplette RC-Ausstattung. So setzte ich den Rumpf ins Wasser. Die ermittelte optimale Trimposition markierte ich auf dem Ballast.
Ich trimme immer so, dass der Bug etwas über der Wasserfläche liegt und das Heck minimal eintaucht. Wenn das Boot später in Fahrt Druck im Segel hat, wird dadurch der Bug etwas heruntergedrückt und eine ausgeglichene Wasserlage erreicht.

Damit die Verklebung ordentlich „Gripp“ hat, bohrte ich ins Schwertende zwei 2 mm Löcher. Zusätzlich schliff ich mit der Trennscheibe noch auf beiden Seiten kleine Riefen ein. Auch in die Innenseiten der Ausfräsung im Ballast schliff ich Riefen.

Dann verklebte ich beide Teile in der ermittelten Position. Dabei musste ich neben der ermittelten Längsposition auch darauf achten, dass ich das Schwert in der Querposition genau mittig und senkrecht über dem Ballast einklebte. Als Kleber verwendete ich 90-Minuten Epoxy mit „Bubbles“ (Micro-Glasperlen).
Für das Verkleben nutzte ich einige selbst gedruckte Hilfsmittel:
– die Montagelehre für den Ballast, die Tino im Forum zur Verfügung stellt,
– eine Richtlehre für den Ballast und
– eine Montagelehre für das Schwert.
Weiter ging ich dann in folgenden Schritten vor:

  • Ballast in Tino’s Montagelehre einklemmen und die Ausfräsung mit der Richtlehre senkrecht ausrichten.
  • Mit einem Kreuzlaser hatte ich bereits eine senkrechte Referenz am im Rumpf eingebauten Schwert ermittelt. Dieses war zufällig die Vorderkante des X53-Profils. Sie satand genau senkrecht auf der CWL. Ansonsten hätte ich die Senkrechte mit Krepp auf dem Schwert markiert.
  • Somit Schwert einfach auch senkrecht in die Montagelehre klemmen. Schnittkante auf dem Boden der Ausfräsung. Wieder vom Ballast herunter nehmen.
  • Die Ausfräsung mit Epoxy-Kleber erst vorsichtig ausstreichen und dann zu ca. 3/4 füllen.
  • Schwert mit Montagehalter wieder über dem Ballast positionieren. Auf mittigen Sitz in der Ausfräsung achten.
  • Noch einmal senkrechte Position mit Kreuzlaser überprüfen.
  • Restlichen Kleber vorsichtig einbringen.
  • Alles mindestens 24 Stunden härten lassen.

Downloads
– Tino’s Montagelehre Boden
– Tino’s Montagelehre Spitze
Richtlehre Ballast
Montagelehre Schwert
Montagelehre Schwert – Klammer

Zur Vorbeugung von Kleckereien hatte ich die wertvolle Finne und den Ballast natürlich vollständig abgeklebt. Denn ich kleckere garantiert immer und irgendwie.
Am fertigen Kiel lackierte ich den Ballast später in schwefelgelb, der Farbe des Rumpfes. Das Schwert beließ ich in seiner schönen Carbon-Optik.

Ruder

Das Ruder ist ein passgenaues Laminat des EVO-Ruders, das ich als überraschende Beigabe zum Schwert erhielt. In meinen Augen ist es perfekt. Ich musste es nur noch lackieren. Dazu wählte ich passend zum Rumpf schwefelgelb.
Vor dem Einbau fettete ich auch zum Korrosionsschutz noch die Ruderachse.

Swing-Rigg

Ich baute mir gleich A-, B- und C-Rigg. Es fanden wieder Teile von Andy und mir, sowie folgende wesentliche Materialien Verwendung:

  • Mast – Skyshark 7PT, 1015 mm
  • Bäume – Easton Jazz Pfeilschäfte 1816
  • Mastfuss – Exel 6 mm Carbon-Rohr
  • Blindnieten, Rostfrei
  • Druckstange – Carbon-Rohr 2 mm
  • Mastausleger – 6 x 4 Alu-Rohr, 4 mm Exel Carbon-Rohr, 3 mm Carbon-Rundstab
  • Druckteile – ecoPLA, hellgrau
  • Stellringe – Silikon-Schlauch, 10 x 6 mm, 4 x 2 mm
  • Takelschnur – geflochtene Angelschnur
  • Schweißdraht – 0,8 mm
  • Segel – Mylar-Folie, Icarex, Icarex selbstklebend, 6 mm Klebeband

Den Bau eines Swing-Riggs habe ich hier bereits ausführlich beschrieben und will mich deshalb nur auf die wesentlichen Schritte und die Besonderheiten des Riggs für die EVO beschränken.

Mastfuss
Anders als bei der Orion verfügt die EVO über keine Mastlagerhülse mehr. Wie ich mich mehrfach überzeugen konnte funktioniert das einwandfrei und dürfte zudem deutlich weniger störanfällig sein. Der Mast rotiert einfach auf einem Dorn im Fuss der Masttasche und in der Öffnung des Schiebers, durch den er zugleich in seiner Position gesichert und zudem trimmbar ist.
Zunächst habe ich also den Schieber und das Mastkreuz ausgedruckt und den Dorn angefertigt. Für den Dorn habe einfach die Schäfte von Blindnieten an einem Ende zu einer glatten Abrundung geschliffen und mit einem kleinen Adapter in das Mastfussende geklebt.
Auf den Mastfuss habe ich dann das Mastkreuz geschoben und das Ganze durch den Schieber in die Masttasche geschoben. Das Kreuz justierte ich dann derart, dass die Haltenase leicht unter der Haltekralle des Schiebers rotieren kann. Wichtig: Unbedingt darauf achten, dass sich dabei der Dorn korrekt in seinem Lager befindet! Vor dem Verkleben unbedingt für die denkbaren realistischen Mastpositionen testen!
Das Mastkreuz verklebte ich mit dünnflüssigem Sekundenkleber. Den trug ich unten und oben mit einem spitz zugeschnittenen Holzstückchen auf. Er wird dann ein Stückchen zwischen Carbon-Rohr und Kreuz gezogen. Das machte ich, weil ich das Kreuz nach dem Justieren nicht mehr bewegen wollte. Bis jetzt haben alle derartigen Verklebungen tadellos gehalten.
Oberhalb des Mastkreuzes ist mein Fussrohr noch 100 bis 120 mm lang.
Vor dem Zusammenbau hatte ich noch einen extremen Belastungstest durchgeführt. Der führte zu einem Riss im Mastkreuz. Vorbeugend versah ich daher die Baumenden mit soliden Takelings aus Angelschnur.

Mast
Ein kleines Problem trat ganz unerwartet auf: Der Mast war ca. 20 mm zu kurz! Ich wollte Andy’s neues Segel für die EVO verwenden und mit 1015 mm war die Vorliek der Groß so lang wie der Skyshark 7PT Mast. Verlängern war also unerwartet angesagt, nur wie?
Letztlich fand ich nach einigem Grübeln eine verblüffend einfache Lösung. Vom Mast für des C-Rigg schnitt ich 20 mm am unteren Ende ab, steckte ihn auf den Mastfuss über dem Mastkreuz und setzte darauf den Mast. Die nach meiner Ansicht die stabilste und gleichzeitig am einfachsten umzusetzende Lösung der möglichen. Und zu sehen ist auch kaum was.

Bäume
Für die Bäume des Riggs verwendete ich 1816er Alu Pfeilschäfte von Easton und einen gedruckten Babybaum.
Bei dem für das A-Rigg verwendeten 6°- Mastkreuz und für das 8° Mastkreuz des B-Riggs war aufgrund des Segelschnitts ein Biegen der Bäume nicht erforderlich. Für das C-Rigg verwendete ich das 10° Mastkreuz, denn Mastkreuze mit größerem Winkel ermöglichen bei starkem Wind eine größere Krängung.
Aufgrund des anderen Segelschnitts für das C musste ich den Großbaum etwas biegen. Anders als bisher habe ich den Baum zunächst eingeklebt und dann erst mit Andy’s Werkzeug gebogen. Das erlaubt m.E. ein wesentlich präziseres Arbeiten.
Die Bäume klebte ich mit Epoxy ein. Die o.a. einfache Biegelehre hat Andy dankenswerterweise hier zum Ausdrucken zur Verfügung gestellt. Bäume frei Hand zu biegen führte bei mir bisher zu unbefriedigenden Ergebnissen.
Ich längte die Bäume zunächst mit einem Rohrschneider einige Zentimeter länger, als später benötigt ab und schnitt sie erst beim Anschlagen der Segel passend zu.

Mastausleger
Den Mastausleger für das Achterstag fertigte ich wieder nach dem eigenen, bewährten Muster wie bei der Orion Glass. Ich finde ihn etwas eleganter als das gedruckte Teil und steifer, bzw. stabiler dürfte er auch sein. Die Dinger zu fertigen, ist schnell erledigt.

Material
– Alu-Rohr, 6 x 4 mm
– Carbon-Rohr, 4 x 2 mm
– Carbon-Rohr, 3 x 1,5 mm

Drucksachen
Babybaum & Fittings druckte ich wieder mit dem hellgrauen ecoPLA. Für den Babybaum verwendet ich 30 % Infill. Bowsies, Baumösen und -klemmen stammten dabei aus meinem, der Rest aus Andy’s Fundus.
Aus den Silikonschläuchen schnitt ich etliche Stellringe fürs Rigg.

Montage Babybaum
Das Teil funktioniert sehr einfach. In seine Spitze ist ein 0,8 mm Schweißdraht gesteckt, der Z-förmig gebogen wiederum in ein 1 mm Loch 8 – 10 mm mit einer leichten Montagebiegung in den Fockbaum gesteckt ist. Er dient als unteres Gelenk, um das der Baum schwingt. Ich verklebe ihn nicht, da sonst eine eventuelle spätere Demontage schwer wird.
Am hinteren Ende des Babybaums ist ein 300 bis 330 mm langes, 2 x 1 mm Carbon-Rohr eingeklebt. Dieses Rohr ist am oberen Ende in gleicher Weise wie der Babybaum mit 0,8 mm, diesmal eingeklebten, Schweißdraht in einem 1 mm Loch im Mast aufgehängt. Dieser Draht ist das zweite Gelenk, um das die Druckstange pendelt. Durch den Winkel seiner Montage im Babybaum hebt er diesen an und hält ihn ständig unter leichter Spannung. Dies ist so auch erwünscht.
Wichtig: Vor der Montage des Babybaums sollte man die beiden elastischen Bänder aus Silikonschlauch auf den Babybaum ziehen. Sie dienen später der Befestigung der Schot und der Trimmung von Bauch und Twist.
Nach der Montage sollte der Babybaum zu beiden Seiten ganz leicht ca. 20° Ausschwingen können. Bis jetzt hat diese Konstruktion des Babybaums tadellos funktioniert.

Segel und Takeln
Die Anfertigung des Segels und das Takeln habe ich ebenfalls bereits ausführlich beschrieben. Anders war diesmal nur, dass das untere Segment der Groß beim A-Rigg eine stabilisierende Diagonalnaht erhielt und Achterliek der Fock/Vorliek der Groß jeweils mit einem Icarex-Streifen verstärkt wurden.
Für die Segel A- und B-Rigg verwendete ich die von Andy bei der EVO mitgelieferten Schnitte. Beim C-Rigg probierte ich diesmal einen Schnitt von Tobias Laux aus. Im Gegensatz zu A und B verfügt dieser über einen ausgeprägten „Fat-Head“.
Alle Segel teste ich zunächst einmal ohne Segellatten. Mal sehen, ob und wo sie wirklich erforderlich sind.
Zum Takeln schob ich erst einmal alle benötigten Fittings und elastischen Ringe auf die Bäume und den Mastausleger. Dann schlug ich zunächst die Fock inklusive Fockschot an und montierte dann das Achterstag. Die Fock ist beim Babybaum-Setup vorne am Fockbaum angeschlagen und hinten am großen Silikonring-Schieber am Babybaum. Die Pfeilschaft-Bäume hatte ich zwischenzeitlich übrigens auf das nun gut zu ermittelnde Endmaß gekürzt. Mit Vor- und Achterstag spannte ich nun das Rigg bis der Mast zunächst einen ca. 6 mm tiefen Bogen nach achtern aufwies.

Das gespannte Rigg legte ich nun auf die bereits zusammen geklebte Groß und zeichnete mit dem gebogenen Mast und einem dünnen Folienstift die Vorliekkurve an. Dann klebte ich entlang dieser Markierung auf der anderen Seite vom Topp zum Hals 6 mm doppelseitiges Tape auf. Der Seitenwechsel erfolgte, damit ich nun die Markierungen rückstandslos entfernen konnte.
Anschließend entfernte ich das Schutzpapier, und klebte sorgfältig einen ca. 10 mm Streifen Icarex auf und schnitt dann mit einem Cuttermesser und Lineal sorgfältig den Überstand Segel/Icarex ab. Dabei konnte ich mich sehr gut am Rand des Klebestreifens orientieren. In gleicher Weise hatte ich übrigens auch den Icarex-Streifen an der Achterliek der Fock angebracht.
Dann folgten noch alle Verstärkungen, Patches und Einschlagösen und schließlich takelte ich auch die Groß.

RC einbauen

Zunächst baute ich wieder den Segelservo, wie hier gezeigt, von 90° auf ca. 170° Stellwinkel um und baute ihn ein. Dann montierte ich auch den Ruderservo und verband ihn mit dem Ruderhebel. Zum Glück war die Steuerstange ja bereits am Ruderhebel montiert.
Nun folgte die Montage der Schot. Am Servoarm hatte ich einen kleinen Nylon-Ring (Nähzubehör) für einen reibungsarmen Lauf der Schot angebracht. Ich fädelte die Schot vom Deck durch das Schotrohr in den Rumpf, dann durch einen Ring am Ende des Segelservoarms und befestigte sie mit einem winzigen Karabiner an der Akkuplatte. Über Deck knotete ich einen kleinen Knebel aus 2 mm Carbon-Rundstange für die Verbindung zum Rigg ein. Dieser sollte sich bei Servohebel in vorderster Stellung ca. 1 – 2 mm über dem Schotröhrchen befinden und später in einen kleinen Ring am Rigg führen.

Nun musste ich nur noch die RC-Anlage verschalten. Statt eines EIN/AUS-Schalters baute ich in eine Ader der Stromleitung die Buchse einer JST-Steckverbindung ein (JST BEC Stecker / Buchse 2 Pin). Das Schalten erfolgte dann über den kurzgeschlossenen Stecker. Als Stromquellen nutze ich entweder AAA-NMiH Akkus, 4,8V oder im Notfall AAA-Batterien im Halter. Beide könne auch über JST-Steckverbindungen angschlossen werden. Hinter dem Schalter habe ich auf Verbraucherseite noch eine rote LED mit Vorwiderstand eingeschleift, die in einem kleinen Halter unter dem Deck steckt. So erkenne ich auch bei geschlossenem Boot sofort, ob die Anlage eingeschaltet ist.

Noch eine Anmerkung zum o.a. Mastschieber. Wenn man die dort abgebildete Schraube für die Fixierung durch ein Inbusschraube wie für den Kiel verwenden will, dann einfach das entsprechende Loch auf 2,5 mm bohren und dann direkt eine M3-Schraube eindrehen. Sieht besser aus und dürfte ausreichend haltbar sein. Ich hab es so gemacht.

Die allerletzte Arbeit war das Anbringen der Patches aus transparenter, farbiger Plotterfolie. Mit den Schablonen des Bausatzes waren sie schnell zurecht geschnitten. Beim Aufkleben stellte ich allerdings fest, dass sie nicht sicher auf der relativ rauhen, gedruckten Oberfläche hafteten. Als Abhilfe trug ich rings um die Decköffnungen transparenten Acryllack auf. Nach dem Trocknen hielten die Patches dann wie gewünscht.

Das Boot war tatsächlich schon fertig! Und was gibt zum „Bausatz“ zu sagen? Er hat bestens funktioniert, zu meckern oder auch nur zu mäkeln gibt es nichts. Für jemanden, der mit einem 3D-Drucker umgehen kann und zudem gerne in die RG-65 Klasse einsteigen möchte, scheint er mir die Option zu sein. So ein gut funktionierender Bausatz ist irgendwie Nachwuchsarbeit der praktischen Art.

Andy, mit dem Teil hast Du wirklich tolle Arbeit geleistet! Ein ganz großes Dankeschön für diesen wunderbaren „Bausatz“ an Dich!

Was noch kommt: Die Jungfernfahrt und nach einigen Testfahrten ggf. den Rumpf mit einem Smoother-Epoxy überziehen. Um ihn glatter zu machen und auch, um ihn bezüglich der Sprödigkeit des PLA gegen harte Stöße etwas zu schützen.

Edit, Samstag den 14.03.2020

Maiden-Run!

Bei gut Wind und ordentlich Welle hab ich heute den Nachen mit A- und B-Rigg zum ersten mal gesegelt.Mein Segelkumpel Matti war mit seiner DF65 dabei.
Das Teil ist auf allen Kursen wirklich schnell und dabei auch noch ziemlich wendig. Mit den neuen Riggs konnte ich sehr hoch am Wind segeln.
Mit der Zeit frischte der Wind auf und vor dem Wind surfte das Boot uerwarteter Weise immer mal wieder in der Welle. Dabei blieb es durchaus gut steuerbar – allerdings brauchte ich ziemlich Fingerspitzengefühl.
Manchmal tauchte der Bug ein, aber nur wenig und dann vergleichsweise flach. Einige Male tauchte sogar das ganze Deck unter Wasser, ohne das der Rumpf abkippte. Das Boot wurde regelrecht zum U-Boot. Nur der Mast schaute noch heraus. In all diesen Situationen immer noch Fahrt und wichtiger, es ließ sich problemlos steuern. Die „Ente“ mit Notbremsung machte es kein einziges mal.

Da ich zunächst ja alles erst einmal nach Gefühl eingestellt hatte, stand noch Feintrimm an. Im Großen und Ganzen passte fast alles schon ganz gut. Ich stellte aber zwei Dinge fest: Das Boot luvte leicht an und bei etwas mehr Wind ging der Bug bei der Wende nicht mehr sauber durch den Wind, sprich: Das Boot verhungerte.
Ich beriet mich mit Matti und wir diagnostizierten Defizite beim Mast- und Focktrimm. Gegen das Anluven schob ich den Mast einige Millimeter nach vorn. Den Wendeproblemen rückte ich mit deutlicher Verringerung von Focktwist und -bauch zu Leibe. Folge: Das Anluven verschwand und der Bug zog jetzt bei der Wende sauber durch den Wind. Bei Kursen am Wind konnte ich nun sogar die Steuerknüppel loslassen und das Boot fuhr wie auf Schienen weiter. Toll!

Nach drei Stunden mit zuweilen wilden Wellenritten, Surfs und diversen U-Bootfahrten befand sich nicht ganz ein halber Eierbecher Wasser im Boot. Der ließ sich am Schluss über das Loch im Spiegel problemlos entfernen.
Das Andy den Akku höher lagerte und ich den Sender mit meiner Halterung auf Beine stellte, macht also durch aus Sinn. Ich denke schon, dass der Rumpf dicht ist und das Wasser bei diesen heftigen Ritten wohl über Koker, Schotröhrchen und evtl. Masttasche herein kam. Doch, schaun mer mal …

Andy’s Mastlagerung funktionierte wie erwartet super, ebenso wieder seine Babybaum-Konstruktion. Auch die Segelschnitte sind zu empfehlen. 600 g Ballast scheinen mir vollkommen ausreichend.

Fazit: Gleich beim ersten Segeln funktionierten Boot und Riggs ausgezeichnet. Ich bin sehr zufrieden mit deutlicher Tendenz zur Begeisterung! Ein tolles Boot!

<<< Hier geht’s zurück zum ersten Teil

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