Segel mit Schablonen beschriften

Segel beim Hersteller beschriften lassen ist manchmal nicht möglich und wenn doch, dann so richtig kostspielig. Viele, wenn nicht sogar die überwiegende Mehrzahl der RG-Segler bauen zudem ihre Segel selbst und haben diese Option gar nicht. Sie beschriften ihre Segel daher auch selbst. Und die meisten verwenden dafür wohl Schablonen.
Ohne habe ich es bei meiner DF 65 ausprobiert. Das war äußerst mühsam.
Doch dank 3D-Drucker und 3D-CAD ist das Anfertigen von Schablonen inzwischen kein sonderlicher Aufwand mehr. Mit ihnen geht das Beschriften der Segel relativ flott von der Hand und man erreicht saubere Ergebnisse – wenn man ein paar Dinge beachtet.

Wie die Beschriftung der Segel zu erfolgen hat, ist in der RG-65 Klassenregel festgelegt. Nach den Vorgaben dort fertige ich meine Schablonen.
Ich bevorzuge stabile Teile. Deshalb sind sie bei mir 3 mm dick.
Beim Zeichnen im 3D-CAD achte ich auf einen wesentlichen Aspekt: An den Rändern der Zahlen/Buchstaben/Symbole sollte ein ca. 1,5 mm hoher und 2 – 3 mm breiter Freiraum zwischen Schablone und Folie bleibt. So kann keine Tinte unter den Rand laufen und diesen verschmieren. Abrunden oder Fasen der Ränder allein nützt nach meiner Erfahrung nur wenig.
Meine älteren Schablonen wiesen noch diese Unzulänglichkeit auf. Ich habe einfach Distanzstückchen mit 1 mm Höhe untergeklebt und nun funktionieren sie einwandfrei.

Mit folgendem Beschriftungsprozess erreiche ich die besten Ergebnisse:

  • weißes Papier auf Arbeitsplatte, mit Krepp fixieren
  • darauf den zu beschriftenden Bereich des Segels, mit Krepp fixieren
  • darauf wiederum die Schablone postionieren, ebenfalls fixieren
  • mit einem Edding 3000 (schmal) zunächst eine saubere Outline zeichnen
  • dann bei kleineren Objekten Fläche mit Edding 3000 ausfüllen, bei größeren mit Edding 3300 (breit)
  • bei zweifarbigen Objekten mit hellerer Fläche, wie z.B. meinem Logo, erst die Fläche ausfüllen, dann die Outline ziehen

Am obigen Beispiel erkennt man die Wirkung einer nicht mehr ganz neuen Markerspitze. Die Ränder sind nicht ganz so scharf, wie es möglich wäre.

Zweifarbige Objekte, z.B. rote Fläche mit schwarzer Outline können, so sauber ausgeführt, richtige Hingucker sein. Gemäß Klassenregel müssten m.E. auch zweifarbige Segelnummern möglich sein. Die Regel beschreibt, was in welcher Dimension und Form wo vorhanden sein soll. Sie schließt aber m.E. weder zusätzliche Dinge wie Logos und Landesfarben oder eben Zweifarbigkeit der Zeichen aus.
Wichtig ist allerdings, nach dem Outlining die Schablone mit Alkohol zu reinigen. Sonst verdirbt man die helleren Eddings beim nächsten Zeichnen.

An dem Vergleichsbild des Logos erkennt man links das Verlaufen der Tinte unter dem Schablonenrand und rechts im blauen Feld die Auswirkung eines ungleichmäßigen Outlinings.

Das ständige Fixieren von Segel und Schablone ist zwar etwas nervig, aber letztlich lohnt es sich. Ohne passierte es mir immer wieder, dass etwas verrutschte.
Meine Segel sind übrigens mit Mylar oder Rautenmylar gefertigt. Davon lässt sich Eddingfarbe so gut wie rückstandsfrei mit Alkohol entfernen.

Ich habe mir überlegt, ob dieses Thema vielleicht doch etwas zu banal ist, um dafür einen eigenen Post zu schreiben. Doch letztlich geht es in diesem Blog auch um die, die ins RG-Segeln und -Bauen neu einsteigen wollen, und die können solche Tipps vermutlich gut gebrauchen. Deshalb also dieser Post.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s