Regenschutz für die Funke

Für die RG-65 rückte die „inoffizielle“ Deutsche Meisterschaft 2019 in Leipzig näher. Zeit also, das Equipment zu vervollständigen. Es fehlte mir nur noch eine regenfeste Tasche für meinen RC-Sender. Ich hatte eine Vorstellung, wie so eine Regentasche aussehen könnte und auch noch passendes Material in meinem Fundus. Also wieder nachgedacht, selbst gemacht.
Das Design, das ich fand, ist simpel: Ein Schlauch, der in der Mitte (Bedienteil) aus Fensterfolie für Zelte besteht und an den Enden mit Stulpen aus wasserdichtem Gewebe versehen ist. Die haben einen variablen Gummizug für die Handgelenke. Das Ganze wird wie üblich mit einem Nackengurt getragen und im Schlauch von einem Carbonstab gehalten. Daran wird auch der Sender gesichert.

Der Schlauch ist so dimensioniert, dass er nicht unnötig groß ist, andererseits mit beiden Händen das problemlose Hantieren am Sender im Bedienteil erlaubt. Durch die Stulpen kann der Sender bequem ins Bedienteil geschoben werden. Sie sind so lang, dass sie bei Bedarf bis oberhalb der Handgelenke reichen und damit unter die Ärmel z.B. eines Anoraks rutschen können. Ich wollte ganz bewusst eine sehr flexible Konstruktion. Steuerknüppel und Schalter werden dabei im Betrieb einfach durch die Carbonstab-Aufhängung in der Tasche freigehalten.

Für meine Flysky i6 schnitt ich mir für das Bedienteil Fensterfolie mit dem Maß 380 x 540 mm zu, für die Stulpen zwei Stücke aus wasserdichtem Stoff mit den Maßen von jeweils 200 x 540 mm. An jeweils eine lange Seite der Stoffstücke nähte ich dann ca. 20 mm breite Tunnel. Deren Enden legte ich nach innen um. Dann nähte ich die anderen langen Seiten der Stoffteile mit einer einfachen Kappnaht an die langen Seiten der Folie.

Das so entstandene große Rechteck wurde nun an der Längsseite wieder mit einer einfachen Kappnaht zu einem Schlauch zusammen gefügt. Dabei achtete ich auf folgende Dinge:
– Bei der fertigen Tasche sollte die gekappte Längsnaht innen liegen.
– Die Stulpen sollten außen angenäht sein.
– Die Enden der Tunnel müssen frei bleiben.
Zum Thema „Kappnähte“ habe ich vor einiger Zeit hier mal etwas geschrieben.

Beim Nähen der Folie legte ich unter das Nähfüßchen, ggf. auch unter das Nähgut, Zeitungspapier. Bei 2,5 mm Stichlänge ließ es sich später leicht entfernen. Ohne Papier rutscht die Folie nicht durch die Maschine!

Nähen der Längsnaht. Ohne untergelegtes Zeitungspapier rutscht die Folie nicht durch

Für die Haltevorrichtung benötigte ich einen Durchlass für die Schnur und etwas für die Befestigung der Schnur am Carbonstab. Ich konstruierte im 3D-CAD eine dreiteilige Vorrichtung dafür und druckte diese aus.
Die entsprechenden STL-Dateien gibt es hier und hier zum Download.

Jetzt konnte ich den Sender in das Bedienteil einschieben und die beste Position für Durchlass und Carbonstab ermitteln. Die fand ich mittig, ein wenig vor und zwischen den Steuerknüppeln. Die Naht der Rolle befand sich dabei etwa mittig unter dem Sender. Mit einem heißen Nagel schmolz ich ein passendes Loch für den Durchlass in die Folie und klebte ihn mit Sekundenkleber ein.
Auf den 200 mm langen Carbonstab klebte ich die Schnurbefestigung mit Sekundenkleber genau in die Mitte.

Die Enden des Carbonstabs sind mittels kleiner aufgeklebter Tüllen reversibel fixiert.

Die eingebaute Halterung mit den aufgeklebtenTüllen für den Carbonstab

An ein Stück 2 mm Schur band ich nun einen kleinen Metall-Karabiner, den ich in die Öse am Sender einhakte. Ich machte gaaanz locker einen einfachen Knoten in die Schnur und zog sie durch die Befestigung am Carbonstab. Dann kam alles ins Bedienteil und ich fädelte die Schnur auch durch den Durchlass. Ich ermittelte die beste Position für den Stoppknoten unterhalb der Schnurbefestigung. Die sollte so gewählt sein, dass der Sender später mit einem lockeren Stückchen Schnur vom Carbonstab her gesichert werden kann. Sobald dieser Platz gefunden war schob ich den noch lockeren Knoten dorthin und zog ihn behutsam fest. Ans andere Ende der Schnur knotete ca. 60 mm vom Durchlass einen kleinen Ring ein. In diesen sollte später der Nackengurt gehängt werden. Dort schnitt ich dann auch die restliche Schnur ab.

In die Tunnel zog ich 2 mm Gummischnur mit jeweils einem Tanka und einer Sicherung gegen Durchrutschen ein.

Die fertige Regentasche leer …
… und mit eingebautem Sender

Jetzt habe ich nur noch die Nähte versiegeln müssen. Dafür habe ich leicht verdünntes, wasserfestes Ponal mit einem feinen Borstenpinsel auf diverse Nähte aufgetragen. Wenn das Ponalgemisch anfängt flüssig zu werden ist es genau richtig. Dann kann es in die Nähte eindringen, trocknet fast transparent aus und bleibt flexibel.
Aufgetragen habe ich es auf alle Nahtoberflächen der Folie außen (rechts) und innen (links), sowie auf alle Stoffnähte links. Beim Stoff auf rechts aufgetragen würde zu unschönen Ergebnissen führen.

Der Gebrauch der Tasche ist simpel:

  • An einer Seite den Gummizug weit öffnen, Sender in die Tasche schieben und mit dem Karabiner sichern.
  • Tasche am Ring in den Nackengurt einhängen.
  • Beide Gummizüge an den Stulpen mit den Tankas so einstellen, dass die Tunnel eng an den Handgelenken anliegen können.
  • Eine Hand hinein stecken und mit der anderen die Stulpe am Handgelenk hochziehen.
  • Dann auch die zweite Hand soweit wie möglich in die Tasche schieben, damit der Gummizug am Handgelenk hoch rutscht. Eventuell mit der ersten Hand innen nachhelfen.
  • Fertig! Wenn jetzt die Ärmel des Anoraks oder dgl. darüber rutschen, dann hat Wasser von oben nur noch geringe Chancen.

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