Riggs sicher transportieren und aufbewahren

Für den Transport und die geschützte Aufbewahrung meiner (Swing-)Riggs habe ich mir eine passende Tasche genäht. Ich hatte ähnliche Teile schon auf Regatten gesehen und fand sie ungemein praktisch. Und eigentlich sind sie ein Muss zum Schutz der empfindlichen Riggs. Also, nachgedacht selbst gemacht, meint: Schnitt ausgedacht und genäht.

Für das Projekt sind Kenntnisse des Nähens und des Umgangs mit einer Nähmaschine erforderlich. Die können im Zeitalter der Foliensegel beim gemeinen Bootsbauer allerdings nicht mehr unbedingt vorausgesetzt werden. Man sollte also zumindest jemanden kennen, der diese Kenntnisse besitzt.
Die einzigen gekauften Materialien meiner Tasche sind ein Stück Sperrholz und Luftpolsterfolie zum Verpacken. Alles andere stammt aus meiner Restekiste oder wurde recycled.
Eine Anmerkung zu den Fotos. Sie entsprechen in einigen Fällen nicht exakt der Beschreibung im Text, da ich während der Anfertigung der Tasche noch einige Verbesserungsmöglichkeiten feststellte. So sollten z.B. beim Deckel Luftpolsterfolie und Stoff gleich groß sein und das 30 mm Gurtband am Bodenteil und nicht am Deckel angenäht werden. Beim Nachnähen empfehle ich dem Text zu folgen.

Aus einer 1200 x 500 x 6 mm Sperrholzplatte habe ich zunächst eine Platte mit der groben Kontur eines A-Swing Riggs und ca. 40 mm Zugabe an allen Seiten geschnitten. Diese Platte wurde später in die Stofftasche geschoben, die als Boden der Rigg-Tasche fungiert.

Mit einem A-Rigg Maß nehmen für die Bodenplatte

Eine detaillierte Beschreibung aller Näharbeiten wäre zu umfangreich, daher sollte hier eine Beschreibung der wesentlichen Arbeitsschritte genügen. Zusammen mir den Bildern dürfte sie m.E. zum Nacharbeiten ausreichen.

Zunächst fertigte ich den Taschendeckel aus zwei Lagen leichten, beschichteten Rip-Stop -Polyesterstoffs (Restekiste) und zwei Lagen Luftpolsterfolie. Der Zuschnitt aller Teile erfolgte mittels eines Schnittmusters mit rundum 1 cm Nahtzugabe, das ich mir mit der Grundplatte als Schablone hergestellt hatte.
Die Luftpolsterfolie nähte ich dann auf beide Stoffteile auf links (beschichtete Seite) innerhalb der Nahtzugabe auf.

Die Luftpolsterfolie ist auf die Deckelteile aufgenäht. Das Foto zeigt noch die Folie ohne Nahtzugabe

Nun wurde an einem der Teile auf rechts an der langen geraden Kante ein 40 mm Gurtband angenäht. Es liegt dabei auf dem Stoff. An die restlichen Kanten nähte ich einen C5-Reißverschluss (RV). Den hatte ich aus einem alte Schlafsack recycled. Daher ist er zweiteilig. Die Schiene des RV soll dabei auf dem Stoff liegen. Der RV sollte an den 90°-Ecken oben und unten ein paar Zentimeter überstehen, damit die Ecken zum Schluss zusammen genäht werden können.
Dann beide Deckelteile rechts aufeinander gelegt, zusammen gesteckt und dann bis auf die untere kurze Seite zusammen genäht. Durch die noch offene Seite wurde dann alles auf rechts gedreht und auch diese Seite dann verschlossen.
Anmerkung: Ich hatte zwar alles mit 1 cm Nahtzugabe zugeschnitten, nähte aber grundsätzlich mit der Seitenkante des Nähfüsschens, bzw. orientierte mich an der Schiene der RV.

Das Bodenteil habe ich in ähnlicher Weise auch aus Rip-Stop Polyester gefertigt, nun allerdings ohne Luftpolsterfolie. An eines der beiden Stoffteile nähte ich auf rechts an die Kanten (bis auf die lange gerade) 30 mm Gurtband an. Auch das Gurtband sollte an den 90°-Ecken oben und unten ein paar Zentimeter überstehen, damit die Ecken zum Schluss zusammen genäht werden können.
Darauf legte ich rechts auf rechts den Deckel und darauf wiederum rechts auf rechts das zweite Stoffteil. Ich steckte alles zusammen und nähte alles bis auf die unteren kurzen Kanten zusammen.

Die Teile der Bodentasche werden an das 40 mm Gurtband genäht

Nachdem ich alles auf rechts gedreht hatte lag nun die halb fertige Tasche vor mir. Oben der bereits geschlossene Deckel. Darunter, verbunden mit 40 mm Gurtband und C5-RV die noch an den unteren Kanten offene Bodentasche. Diese könnte nach dem Einschieben der Bodenplatte einfach zugenäht werden. Das schien mir wegen der Sperrigkeit der Platte aber viel zu umständlich und auch wenig elegant. Deshalb habe ich diese Öffnung mit einem ebenfalls recycleten C3-RV verschlossen, dessen Teile ich zuvor an die beiden Teile der Bodentasche genäht hatte. Jetzt musste ich nur noch den Schieber einfädeln.
Zu diesen zuweilen etwas frickeligen Arbeiten habe ich vor einiger Zeit mit den Thema „Einnähen von Reißern“ mal etwas geschrieben. Ist vielleicht hilfreich.
Zuletzt verschloss ich auch noch die beiden 90°-Ecken indem ich das 30 mm Gurtband und die RV dort mit dem 40 mm Gurtband vernähte.

Nun kamen die abschließenden Näharbeiten. Zunächst fertigte ich die vier Zwischenleger aus Polsterfolie an. Dieses mal nutzte ich die Grundplatte als Schablone. Ich nähte sie an den langen Kanten zusammen und fasste diese Kante dann mit einem Streifen vom Material der Bodentasche ein.
An diesem Streifen nähte ich sie dann innen an das 40 mm Gurtband des „Buchrückens“ an. Vier Zwischenleger für fünf Fächer: Resrve-Segel, C-Rigg, B-Rigg und oben zwei A-Riggs.

Darin sind die Riggs gut geschützt

Auf dieses Gurtband kam dann noch etwa am Schwerpunkt einen Griff aus 20 mm Gurtband um später alles leichter transportieren zu können.

Den Griff habe ich aus einem alten Gurtband gefertigt

Zuletzt beklebte ich mittels Sprühkleber auch noch die Grundplatte mit Luftpolsterfolie, schob sie in die Bodentasche ein und schloss deren RV. Damit war die Transporttasche fertig gestellt.

Auf die Bodenplatte geklebte Luftpolsterfolie
Die fertige Rigg-Tasche hängt am Griff
Die Tasche mit eingelegtem Rigg. Insgesamt passen mindestens zwei komplette Sätze plus diverse Reserve-Segel hinein

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