Ständer #2 für meine RG-65

Dieser einfache Bootständer ist in der gezeigten oder ähnlicher Form seit Ewigkeiten bei Modellseglern in Nutzung, zig-tausendfach bewährt und eigentlich beim Segeln unentbehrlich. Er ist zudem preiswert, schnell und einfach nachzubauen. Dieser kleine Bericht ist vor allem als kleine Anregung für Neueinsteiger gedacht – für alle anderen dürfte er vermutlich kalter Kaffee sein.

Ständer #1 funktionierte recht gut, hatte aber einen gravierenden Konstruktionsfehler: Ich hatte ihn mit einer durchgehenden Mittelachse gebaut. Diese kann eventuell den Kiel blockieren. Bei Wind kann das Boot nur zu einer Seite um die Längsachse schwingen, Boot und Ständer in der Folge umkippen.
Ich erhielt hier entsprechende Rückmeldungen und musste dies in der Praxis leider auch selbst feststellen.

Die Mittelachse des alten Ständers (#1) blockierte den Kiel zu einer Seite

Das ließ mir nun doch keine Ruhe und so habe ich das das Teil noch einmal gebaut. Ich nenne es „Ständer #2“. Hier die Unterschiede zum Ständer #1:
– Als Achse zwei M8-Schrauben mit selbst sichernden Muttern.
– Beine nun aus Leisten 13×20 mm.
– Längstraversen anders dimensioniert: 2x Leiste, 2x Sperrholz.
– Tragegurte direkt an die Beine geschraubt.
– Statt Fangschnur unten ein Stück Gurtband unter ein Gelenk gesetzt.

Das Sperrholz hatte ich mir im Baumarkt zuschneiden lassen, den Rest erledigten eine kleine Säge mit Schneidlehre.
Der Ständer besteht eigentlich nur aus zwei ineinander liegenden Rahmen, die mit zwei Achsgelenken verbunden sind. Ich hatte mich für eine Beinlänge von 600 mm und Rahmenbreiten von 400 mm (innen) und 430 mm (außen) entschieden. Die innere Breite ist fix, die äußere hängt von den verwendeten Leisten (bei mir 13 x 20 mm) ab. Beispiel: 400 mm Innenrahmen + 2x 1,5 mm Scheibe + 2x 13 mm Leiste = 429 mm. Für etwas Spiel habe ich auf 430 mm aufgerundet. Die Maße der Längstraversen sind dann entsprechend:
– 400 x 10 x 6 mm Sperrholz
– 430 x 10 x 6 mm Sperrholz
– 400 mm Leiste
– 430 mm Leiste

Die Teile des Ständers. Die Löcher sollten allerdings erst nach Fertigstellung der Rahmen durch die Beine gebohrt werden

Nun habe ich die Rahmen mit Weißleim und Schrauben zusammen gefügt. Oben mit 20 mm Abstand vom oberen Ende, vom unteren mit 50 mm, damit im Gebrauch eventuellen Bodenunebenheiten nicht stören.
Bei einem Rahmen habe ich die Sperrholztraverse nach oben gesetzt, beim anderen nach unten. Ich erhoffe mir so maximale Stabilität.
Wichtig: Die Traversen pro Rahmen immer auf den gegenüberliegenden Seiten befestigen. Nur so lassen sich später beide Rahmenteile ineinander klappen, bzw. sich der Ständer öffnen.

Die Rahmen liegen zwar schön ineinander, aber was ist falsch? Richtig, die Längstraversen sind nicht wechselseitig angebracht! So funktioniert es nicht

Zum Bohren der 8 mm Achslöcher sollten beide Rahmenteile ineinander gelegt und die Beine aneinander mittels Schraubzwingen fixiert werden. So erreiche ich exakte Löcher. Wenn jetzt alle Längstraversen außen liegen und alles problemlos ineinander passt, dann ist es perfekt.
Die Achslöcher bohrte ich mit 150 mm Abstand von oben jeweils durch zwei Beine und verband sie mit M8 x 40 Schrauben. Ich nehme für so etwas gerne Inbus-Schrauben. Sie sehen m.E. besser als welche mit Sechskant-Kopf aus.
Scheiben kommen jeweils unter den Schraubenkopf, zwischen den Beinen und unter die Mutter. Das Ganze wird soweit angezogen, bis sich die Beine zwar noch gut bewegen lassen, aber kein spürbares Spiel haben.

Für die Auflagen habe ich 260 mm lange, 15 mm Gurtbänder verwendet, für den Fanggurt 170 x 15 mm Gurtband.
Die Auflagen habe ich einfach mit jeweils 2 kleinen Spax-Flachkopfschrauben und Unterlegscheiben an die oberen Beinenden geschraubt, den Fangriemen an einer Seite wie unten abgebildet unterhalb des Gelenks an die Beine. Soweit war der Ständer.

Der fertige Ständer

Damit insbesondere das Sperrholz wetterfest wird, habe ich ihn später noch zweimal mit Leinöl geschützt.

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