#3 Projekt OEG 65 – Schlussgedanken

Die OEG 65 entstand eher zufällig. Der Holzrumpf meiner Orion Edge 65 war seinerzeit fertig und im Forum riet man mir, ihn vor dem Weiterbau doch einfach als Positiv-Form für eine GFK-Rumpfschale zu verwenden. So etwas hatte ich jedoch – wie so vieles zu diesem Zeitpunkt – noch nicht gemacht und entsprechend flau war das Gefühl im Bauch, als ich meinen Mut zusammen nahm und schließlich daran ging, die Rumpfschale abzunehmen. Liefe es schief, hätte dies durchaus den Verlust des Holzrumpfes bedeuten können.

Doch dank guter Beratung aus dem Forum und etwas pingelig anmutender Sorgfalt meinerseits lief es dann doch nicht schief. Es funktionierte sogar reibungslos und bald lag die laminierte Rumpfschale als Rohling aus GFK vor mir.

Die weiteren Arbeiten erfolgten dann immer mal wieder „so nebenbei“: Rohling bereinigen, Spiegel an Bug und Heck einkleben, den Halter für Ruderservo und Koker fertigen und alles einkleben, ebenso Mast-/Kieltasche – ich hatte aus unerfindlichen Gründen gleich mehrere gefertigt – und letztlich alles mit dem Deck verschlossen.
Auf einmal lag der fertig gebaute Rumpf vor mir und musste „nur“ noch lackiert werden. Als das erledigt war baute ich noch einen Bumper, ein Ruder, einen Schieber für die Riggsicherung, montierte die RC-Anlage, Patches drauf und das Boot war fertig. Gefühlt in einem Bruchteil der Zeit, die ich für die Orion Edge benötigt hatte. Kiel und Riggs sind ja (bis jetzt) an meinen Booten austauschbar und können beliebig montiert werden.

Bei all diesen Arbeiten profitierte ich viel von dem, was ich beim Bau des Holzrumpfes lernte. Über viele Dinge musste ich nun nicht mehr sonderlich nachdenken, denn brauchbare Lösungen hatte ich schon und einiges wurde dann auch gleich verbessert. So z.B. die Verwendung der Balsa-Leisten bei der Verklebung des Decks mit der Rumpfschale. Mein ganz persönliches Fazit: Der Bau einer RG-65 mit einer GFK-Schale ist eine erheblich weniger aufwändige Angelegenheit, als der eines Holzbootes in Plankenbauweise.

Die OEG 65 wiegt segelfertig mit A-Rigg 960 g. Das ist m.E. ein wirklich guter Wert.
Dabei dürfte die Wasserverdrängung sogar minimalst größer sein. Erste Eindrücke auf dem Wasser lassen ein recht schnelles Boot erwarten. Ich empfinde es auch als etwas agiler, als die Holzausführung. Doch, schaun mer mal …
Doch bei aller Leichtigkeit macht der Rumpf einen recht steifen, stabilen Eindruck und auf diese Eigenschaften legen ich wirklich Wert. Da wäre ich nicht zu Abstrichen bereit.

Aber wo ließen sich eventuell noch ein paar Gramm heraus kitzeln ohne bei der Stabilität Abstriche machen zu müssen? Da hätte ich schon ein paar Ideen:
– CFK-Rumpf statt GFK-Rumpf
– CFK-Finne statt Alu-Profil
– CFK-Ruder mit Titan-Welle statt GFK/Balsa-Sandwich mit Stahlwelle
– LiPo-Akku statt NiMH
– CFK- statt Alu-Gehäuse für Mastlager
– CFK- statt Kunsstoff-Justierstreifen für Mastlager
– Schalttaster weglassen
– Patch statt Dose
– leichteres Rigg
– ???
Damit könnten sich wohl 900 g oder weniger erreichen lassen. Aber wie groß wäre dann der Vorteil auf dem Wasser? Und wie wäre er im Vergleich zum Aufwand zu bewerten? Und ob es wirklich Sinn macht, mit einer Positiv-Form einen CFK-Rumpf zu bauen?

Auf jeden Fall bin ich innerhalb nicht einmal eines Jahres vom „absolute beginner“ zum Eigner von drei RG-65 Booten – zwei davon selbst gebaut und durchaus konkurrenzfähig – geworden. Irgendwie spricht das doch auch für diese tolle Klasse – oder?

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