#13 Projekt Orion Edge 65 – Mast und Bäume

Nach der weitgehenden Fertigstellung des Rumpfes stand der nächste größere Bauabschnitt an, der Bau des Riggs mit Mast, Bäumen und Segeln.

Eigentlich ging es sogar um zwei Riggs, „A“ für schwache und normale Winde und „B“ für stärkere. Swing-Riggs sollten es werden und beide sollten auf der Orion Edge und später auch auf der Orion Edge Glas einsetzbar sein. Alles totales Neuland für mich. Aber auch hier erhielt ich viele hilfreiche Ratschläge und tätige Unterstützung. Mein Dank an Zanki, Roland und Andreas und insbesondere Uwe, der mich schlicht vor einer Fehlkonstruktion bewahrte.
Das A-Rigg wird ausführlich beschrieben, beim B-Rigg werde ich nur kurz auf die Abweichungen eingehen, da sein Bau ansonsten identisch ist.

Bevor ich loslegte waren zunächst noch ein paar Kleinigkeiten zu erledigen. Ich baute die komplette Fernsteuerung ein und testete sie. Darüber gibt es wenig zu berichten, denn die wesentlichen Vorarbeiten hatte ich ja schon beim Bau des Rumpfes erledigt. Ich befestigte also die Servos in ihren Halterungen, klebte Klettband für den Empfänger an die rechte Seite der Masttasche und für die Akkus auf den Boden hinter ihr. Entsprechend Flauschband auf diese Teile. Dann montierte ich den Schalttaster und lötete ihn eine Verlängerung zum Akku ein, die ich zwischen Sender und Akku steckte. So kann ich später jederzeit den Akku entnehmen. Zuletzt wurde noch alles verkabelt und kam an seinen Platz. Getestet, es funktionierte, fertig!

Als letztes klebte ich den Deckelring mit Epoxy in die dafür vorgesehene Öffnung. Am Rumpf fehlt jetzt nur noch der Bumper, aber den werde ich ganz zuletzt anbringen.

Die RC-Anlage ist eingebaut, die „Dose“ eingeklebt

Als Mast wollte ich auf Rat von Uwe aus dem Forum konisches Skyshark 7PT (1016 mm) CFK-Rohr verwenden. Dieses ist gewickelt und daher erheblich belastbarer als gezogene. Für Mastfuss und Bäume waren 6, 5 und 4 mm gezogene, zylindrische Exel-Rohre vorgesehen. Die Rohre kaufte ich bei Metropolis Drachenbau.

Für den Mastfuss wollte ich 6 mm zylindrisches, gezogenes, glattes Rohr einsetzen, das später in einer Lagerhülse mit zwei Kugellagern rotieren sollte. Soweit zur Planung.

Zunächst fertigte ich die Lagerhülse aus eloxiertem 12 x 10 Alurohr vom Baumarkt an. In dieses Rohr passten die beiden Edelstahl-Kugellager fast perfekt hinein.

Einfach absägen wäre die zweitbeste Methode gewesen

Oben in die Hülse kam ein Lager mit Bund, das auf dem Hülsenrand auflag, unten wurde eines ohne Bund hinein geschoben. Es empfiehlt sich u.U. vor der Montage der Lager die Hülse mit Heißluft zu erwärmen. Die Lager lassen sich dann meist leicht hinein schieben und sitzen nach dem Erkalten des Metalls fest.
Unterhalb des oberen Lagers bohrte ich dann noch ein 2 mm Loch in die Hülse. So kann ich es später leicht mit einem kleinen Haken aus der Masttasche ziehen. Damit war die Lagerhülse fertig gestellt. Eingebaut sollte sich ihr oberer Rand in jeder Position in der Masttasche mindestens 0,5 mm unterhalb der Deckoberseite befinden.

Ich steckte das Lager in die Masttasche, in dieses das Rohr für den Mastfuss und schnitt es ca. 140 mm über Deck ab. Unten klebte ich mit Sekundenkleber eine 4 mm Kugel aus einem alten Kugellager zur Hälfte in das Rohr. Sie sollte später als „Drucklager“ eine leichte Rotation des Mastes auf dem harten CFK-Sandwich am Boden der Masttasche sicher stellen. Zusammen mit den Kugellagern in der Hülse funktionierte dies dann auch recht gut. Wie sich diese Konstruktion allerdings später im Segelbetrieb bewährt, muss sich noch zeigen.

Fest am Mastfuss montiert gehörten noch das Mastkreuz und der Flansch der Rigg-Sicherung, doch die wurden erst später angebracht.

Den Schieber für die Rigg-Sicherung fertigte ich aus 20 x 10 x 1,5 Aluprofil an. Er soll später das Rigg gegen Herausfallen sichern, es aber beim Rotieren nicht behindern, selber leichtgängig sein und zugleich den Kiel halten.
Zunächst fertigte ich eine Prinzipskizze an und schnitt von einem ca. 12 cm langen Stück Profil die breite Seite ab.

In dieses Stück bohrte ich gem. Skizze ein Loch mit 8,5 mm. Als nächstes ermittelte ich, wie lang das obere Stück sein muss, das um die Halterung herum führt. Dafür setzte ich den Mastfuß in die hinterste Position, legte den Alustreifen daneben mit Loch 1 auf Höhe des Mastfußes und zeichnete die Position des Halters an. Dann bog ich im Schraubstock das Oberteil um. Für die Rundung legte ich an der Biegestelle eine 3 mm Gewindestange ein. Das vordere Stückchen Alu schnitt ich dann auf der Hälfte des 8,5 mm Lochs ab.
Für die Ermittlung von Loch 2 markiert ich ganz dünn die Position des Mastfusses in hinterster Position auf Deck. Dann schob ich die Sicherung in in den Halter, übertrug die Markierung und bohrte mit 8,5 mm das zweite Loch, das sich fast genau unter Loch eins befinden musste. Jetzt testete ich den berührungsfreien Sitz des Mastfußes mit aufgesetztem Sicherungsflansch. Zum Bohren der Löcher drei und vier zeichnete ich zunächst wieder ganz leicht die Position der Kielschraube auf Deck an und übertrug deren Position auf den Schieber. Dafür brachte ich den den Schieber zunächst in die Vorderste und dann in die hinterste Position. Ich bohrte die zwei 3,5 mm Löcher und schnitt dann das Teil zwischen den Löchern mit der Proxxon aus und fertig war das Langloch. Zuletzt schnitt ich noch die Seitenteile sowie das hintere Ende des Schiebers so ab, dass der Deckabschnitt für den Kiel noch abgedeckt blieb, wenn der Schieber in vorderer Stellung stand.

Skizze und Ergebnis
So sieht es dann eingebaut aus

Jetzt standen nur noch Schleifarbeiten und Entgraten an. Wichtig war, dass die Einbuchtung der „Kralle“ über dem Flansch so weit gefertigt war, dass sich später das Rigg nach einer 180°-Drehung problemlos nach oben entnehmen lassen würde. Unbedingt Testen! Vor der endgültigen Verwendung sollte das Teil später noch schwarz lackiert werden.

Nun ging es daran, Mastkreuz und Sicherungsflansch mit dem Mastfuss zu verkleben. Dafür fixierte ich zunächst das Mastlager in hinterster Position in seiner Tasche, steckte den Mastfuss hinein, schob auf diesen den Flansch und das Mastkreuz. Dann verschob ich den Flansch derart, bis er sich berührungsfrei in der Sicherung bewegte. Dies überprüfte ich dann auch in der vordersten Mastposition. Hier solange verschieben und ggf. die Sicherung anpassen, bis der Flansch in allen Positionen berührungsfrei rotiert. Als alles stimmte, verklebte ich das Teil ganz vorsichtig mit Sekundenkleber. Dafür nahm ich nur winzige Mengen des äußerst dünnflüssigen Klebers auf ein spitzes Hölzchen und brachte sie an die Kontaktstelle von Mastfuss und Flansch. Der Kleber wurde dann osmotisch in den haarfeinen Spalt gezogen. So gelang mir eine sehr saubere Verklebung.

Für den nächsten Arbeitsschritt schnitt ich mir provisorisch zwei Stücke 5 mm Exel-Rohr ab (vorne ca. 220 mm, hinten ca. 300 mm) und verklebte sie wieder mit der Osmose-Methode im Mastkreuz. Das Ende meines Mastkreuzes mit dem kleinen Loch darin würde übrigens später zum Heck weisen. Mittels des kleinen Loches würde später die Groß angeschlagen werden. In dieses Ende verklebte ich das lange Baumstück, ins andere das kürzere. Nun galt es, auch dieses Teil mit dem Mastfuss zu verkleben. Ich schob es auf und richtete es aus. Der Fockbaum musste ca. 20 – 30 mm zum Vorderdeck verlaufen und sich genau über den zum Bug ausgerichteten Flansch befinden. Dann verklebte ich es auf die beschriebene Weise.

Von nun an würden die restlichen Arbeiten an Mast und Bäumen eng mit der folgenden Anfertigung des Segels verbunden sein, da all diese Teile sozusagen „maßgeschneidert zusammen passen sollten.

Weiter geht’s mit #14 Projekt Orion Edge 65 – Segel

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