Wendehälse – Servos von 90° auf 180° umbauen

Um einen Standardservo als Segelservo nutzen zu können, muss sein Stellwinkel verändert werden. Von ca. 90° auf ca. 180°. Dies erreicht man mit einer Modifikation der Hardware oder bei einigen Digitalservos auch durch Programmierung.
Vermutlich werden die vollen 180° gar nicht immer gebraucht. In diesem Fall muss das Erforderliche in der Fernsteuerung fein eingestellt werden.

Meine Servos sind nicht programmierbar. Daher musste ich sie umbauen. Dies soll auf die hier beschriebene Art bei fast allen analogen und digitalen Servos möglich sein. Für den Umbau auf 180° benötigte ich lediglich zwei Widerstände 2,2 Kiloohm, 0,25 Watt, für ein paar Cent, etwas Werkzeug und ein paar Minuten Zeit.

Dies und einen Elektronik-Lötkolben – mehr braucht es nicht‡

Zum Umbau wird das Unterteil des Servos abgeschraubt und der Stellpoti im Servo freigelegt. Die Litzen an den Außenkontakten des Potis müssen jeweils abgelötet, die Widerstände dort angelötet und an den Widerständen die Litzen nun wieder angelötet werden. Zusammenbauen, testen, fertig!

Die Litzen (gelb und rot) am grünen Poti. Dort sind die Montagepunkte – bei anderen Servos dürfte es analog aussehen
So sieht es mit eingelöteten 2,2 Kiloohm-Widerständen aus. Mit SMD-Widerständen wäre der Platzbedarf noch geringer. Allerdings sind sie aufgrund ihrer Kleinheit recht fispelig zu verarbeiten.

Worauf muss man achten?
– Bauform Widerstände so klein wie möglich.
– Ein viertel Watt ist das Maximum.
– Auch SMD-Widerstände sind möglich.
– Günstigste Position für die Widerstände suchen.
– Aufpassen, Kurzschlussgefahr!

Der Test zeigte dann eine wundersame Veränderung: Der Servoarm bewegte sich um fast 180°. Sollte der Umbau wider Erwarten nicht funktionieren, kann man alles wieder zurück bauen – sofern man nicht gerade die Elektronik versenkt hat.

Die 180° werde ich vermutlich für den erforderlichen Schotweg nicht ganz benötigen, eher etwas um 140° +/- . Das versuche ich dann an der Funke einzustellen.

0° und …
… 180° – es funktioniert!

Auch ein Umbau auf 360° soll auf diese Art möglich sein, habe ich aber nicht selbst getestet. Da braucht es allerdings Widerstände mit gut über 5 Kiloohm.
Und ganz wichtig: Man muss die Drehsperre aus dem Getriebe entfernen! Das ist ein Nocken auf einem Zahnrad, der gerade 360°-Drehungen verhindern soll. Diese Arbeit scheint jedoch nicht so ganz ohne sein. Der Umbau ist also aufwändiger aber damit kann man z.B. Segelwinden oder POD-Antriebe realisieren. Bei den Preisen für Segelwinden könnte sich der Versuch durchaus lohnen.

Bei YouTube findet man zu den Themen 180° und 360° einige aufschlussreiche Videos.

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