#8 Projekt Orion Edge 65 – Einbau Ruderumgebung

Unter Ruderumgebung verstehe ich die für die spätere Aufnahme von Servo und Ruderkoker erforderlichen Einbauten im Rumpf. Sie besteht aus einer Halterung für den Servo und das Röhrchen des Ruderkokers.

Für den Koker verwendete ich ein Messingröhrchen, in das eine geschliffene 3 mm VA-Achse passt. Die 3 mm deshalb, weil die gängigen Ruderarme darauf passen. Der Koker sollte erstens ebenfalls exakt senkrecht auf der CWL-Ebene stehen und zweitens in einer Flucht mit dem Kiel eingebaut sein. Die seitliche Senkrechte ermittelte ich unter Zuhilfenahme des Heckspiegels mit Hilfe einer aus Pappe gefertigten Lehre. Der Spiegel steht ebenfalls senkrecht zur CWL. Für die Senkrechte in der Längsachse diente mir das Profil des Kiels als Referenz zum Peilen. Der ausgerichtete Koker sollte in einer Linie zum Profil stehen.

An der Position des Kokers hatte ich bereits im vorhergehenden Arbeitsgang ein passendes Loch gebohrt. Dieses sollte beim Einbau des Kokers durch eine Art Lager noch innen verstärkt werden.

Der Koker selbst sollte im oberen Bereich mittels einer Halterung aus 2 mm CFK-Sandwich an den Bordwänden abgestützt werden. In diese Abstützung wollte ich zugleich den Ruderservo integrieren, der Ebenfalls an den Bordwänden fixiert werden sollte. All dies sollte in einem Bauteil umgesetzt werden.

Dafür fertigte ich mir zunächst aus dünner Pappe eine Schablone, die ich in kleinen Schritten so in den Rumpf einpasste, dass sie sich in ihrer Montageposition in der unteren Chine (Knicklinie) des Rumpfes leicht bog.

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Die Schablone sitzt stramm in Rumpf

Den Umriss der Schablone übertrug ich dann mit einem permanenten Fineliner auf das CFK-Sandwich. Zur besseren Sichtbarkeit hatte ich dessen Oberfläche mit hellbraunem Paketband abgeklebt. Auch die Öffnung für den Servo und die Befestigungslöcher wurden eingezeichnet.

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ŠDank des auf dem CFK-Sandwich aufgeklebten Packbandes waren die Umrisse der Halterung gut sichtbar. Deren „Hals“ verkürzte ich allerdings noch deutlich, wie auf den späteren Abbildungen gut zu erkennen ist

Für eine leichte Justierung und die Fixierung des Kokerröhrchens hatte ich mir eine flexible Lösung ausgedacht: Ein etwas breiterer Schlitz in der Halterung und darauf ein zunächst bewegliches Plättchen mit einer Bohrung für den Koker.

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Dieser Schlitz ermöglicht mit seinem Bewegungsspielraum später ein einfaches Justieren des Kokerröhrchens. Diese und einige folgende Abbildungen entstammen dem zeitgleich stattfindem Rumpfausbau meiner Orion Edge Glass 65
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Mittels des lediglich aufgelegten Plättchens kann später das justierte Röhrchen fixiert werden

Bei der Montage sollte als erstes das mit einer provisorischen Fixierung exakt ausgerichtete Kokerröhrchen unten in den Rumpf geklebt werden.
Nach dem Abbinden des Klebers konnte ich dann das bewegliche Plättchen mit dem Röhrchen und der Halterung verkleben. So wird der Koker war dann oben sicher und belastbar abgestützt.

Doch zunächst sägte ich die Halterung, das Plättchen und ein kleines Stückchen für die Rumpfverstärkung aus und fügte noch die erforderliche Bohrungen hinzu. Ich überprüfte, ob sich der Servo auch leicht ein- und ausbauen ließ und verstärkte unter dem Halter noch die Bohrlöcher mit kleinen Stückchen CFK-Sandwich.

Dann baute ich den Halter ein. Er passte natürlich nicht gleich, da er bewusst einen Tick zu breit gefertigt war (siehe leicht gebogene Schablone). Ich schliff also behutsam und in kleinen Schritten die vier „Ärmchen“ soweit ab, bis der Halter perfekt in den Rumpf passte. Dann klebte ich ihn mit 5 Min.-Epoxy ein.

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Die Halterung ist schon mal eingeklebt, der Servo probeweise eingesetzt und Plättchen lose aufgelegt

Am nächsten Tag klebte ich das Kokerröhrchen, wie bereits oben beschrieben, ein. Als provisorische Fixierung nutzte ich einen dünnen Pappestreifen, an dessen einem Ende ich mit einem spitzen Bleistift ein Loch gebohrt hatte, in das ich das obere Teil des Röhrchens steckte. Der Streife wurde mit einer Klammer an der Halterung befestigt. So war es mir aufgrund der Beweglichkeit später möglich, das Röhrchen problemlos auszurichten.

Dass der Ruderarm sich später frei bewegen kann und auch nicht ans Deck oder die Rumpfwände stößt, hatte ich bereits vor dem Einkleben der Halterung überprüft. Nun galt es, das Röhrchen auch in der richtigen Höhe einzubauen.

Zur problemlosen Justierung band ich ein kleines Stückchen Gummiband um das obere Röhrchenende. So konnte ich es dann zwar zum Einrichten vertikal bewegen, es behielt aber immer sicher seine eingestellte Position. Zuletzt steckte ich noch die Ruderachse mit montiertem Ruderarm in und von unten das Rumpflager auf das Röhrchen. Ruderarm und Servoarm sollten möglichst auf einer Ebene liegen und der Ruderarm frei beweglich sein.
Auch das Röhrchen hatte ich vorbereitet. Das obere Ende wurde glatt plan geschliffen und alle Kanten sorgfältig entgratet. Alles war nun bereit zum Einbau.

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Justierung in Längsrichtung – der Koker steht noch einen Tick zu weit nach links
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Justierung in Querrichtung – passt!

Zur Verdeutlichung noch einmal die Einbauanordnung von oben nach unten benannt:

  • Ruderarm mit Achse im Röhrchen

führt durch:

  • Gummiband
  • bewegliches Plättchen auf Röhrchens
  • provisorische Fixierung aus Pappe
  • Halterung
  • Rumpflager
  • Rumpf
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So sah die Einbauanordnung nach dem Einkleben unten im Rumpf aus. Unter dem Ruderarm erkennt man schwach grün das Gummi, das ich zur Justierung um das Kokerröhrchen gelegt hatte. Unten im Rumpf das eingeklebte Rumpflager zur Verstärkung
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Halterung und Kokerröhrchen sind eingebaut, die provisorische Fixierung entfernt und das beweglich Plättchen mit der Halterung verklebt. Deutlich zu erkennen auch das weiter entwickelte Design mit den Löchern bei der Orion Edge Glass 65

Nach dem Aushärten des Klebers schnitt ich ganz vorsichtig das unten aus dem Rumpf heraus stehende Röhrchenende bündig ab, schliff es bündig zum Rumpf und entgratete die Innenkante.

Das Abschneiden schien mir noch mal so ein kritischer Punkt zu sein. Ich entschied mich, das ganz klassisch mit Metallsäge zu erledigen, um unnötige thermische oder mechanische Belastungen zu vermeiden. Dazu spannte ich das Röhrchenende in den Schraubstock, stützte den Rumpf mit der Hand ab und trennte das Teil mit etlichen sanften Sägestrichen ab.

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‘So sah es nach dem Einkleben aus …
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… und so sollte es letztlich aussehen! Durch die satte Verklebung mit Epoxy ist – hoffentlich – eine gute Abdichtung gewährleistet
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Der Koker ist in beide Rümpfe eingebaut

Die Halterung für den Ruderservo und den Koker, sowie der Koker selbst waren montiert. Nun fehlte beim „Innenausbau“ nur noch die Halterung für den Segelservo.

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