Sägetisch mit Parallelanschlag für Micromot Stichsäge STS 12/E

Die Idee

Zum Aussägen der Spanten und anderer Teile nutze ich meine Micromot Mini-Stichsäge. Mit der Laubsäge ist der Schnitt zwar feiner, aber das ewige rumgefiedel und immer wieder abgebrochene Sägeblätter nerven mich und eine Dekupiersäge besitze ich nicht.

Der Nachteil der Stichsäge ist, dass ich das Gerät über das Schnittgut führen muss und nicht letzteres am Sägerblatt vorbei. So ließe sich deutlich kontrollierter und präziser arbeiten. Einen einfachen Sägetisch bietet Proxxon jedoch leider nicht an.

Die Mini-Stichsäge lässt sich mittels eines Universalhalters aus dem Micromot-Zubehör schnell und gut in einen Mini-Schraubstock einspannen. Laut Hersteller ist er für Micromots mit Metallgetriebekopf vorgesehen, er funktioniert jedoch auch mit meiner 12 V Stichsäge vollkommen problemlos. Auf das dann über Kopf einzuspannende Gerät wird der Sägetisch montiert.

Der Sägetisch

Der besteht aus einer 150 x 150 mm großen, 16 mm starken beschichteten Holzplatte. In die habe ich von der Oberseite des späteren Tisches her zentral ein 8 mm Loch für das Sägeblatt gebohrt. Dann dahinter noch ein kleines mit 3 mm und beide mit einem 3 mm breiten Schlitz verbunden, der zur späteren Hinterseite der Säge zeigt. Er dient dem problemlosen Einklemmen der Maschine.
Dann noch vier 6 mm Löcher für Schrauben der Klemmleisten. Alle Bohrungen möglichst mit Bohrständer!

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Der Anschlag ist aufgeklebt, die Schrauben sind eingedreht und -geklebt

Für das spätere genaue Positionieren der Säge habe ich die Säge genau ausgerichtet auf die Platte gestellt und den Sägefuß angezeichnet. An dessen Seiten und seine Vorderseite wurden dann als Anschlag 2 mm starke Leistenstückchen mit Epoxy-Kleber aufgeklebt. Bevor der Kleber abband habe ich noch einmal die Maschine kurz hinein gestellt und die Leistchen genau am Sägefuß ausgerichtet. Den hatte ich vorher sicherheitshalber mit Tesafilm abgeklebt.

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Vorne ist der Sägefuß bereits festgeklemmt, …
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… die hintere Klemmleiste wird über den Fuß geschwenkt …
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… und auch hier der Fuß festgeklemmt

Die Platte wird von zwei Klemmleisten auf dem Sägefuß der Maschine gehalten. Die für den Vorderteil des Fußes ist fix montiert. Die Klemmung erfolgt mittels zweier Flügelmuttern. Den dazu gehörenden Schrauben hatte ich die Köpfe abgesägt und habe ich mit Epoxy-Kleber von der Unterseite her in ihre Bohrungen geschraubt (ging bei mir von Hand) und dabei mit Epoxy verklebt. Die Löcher auf der Oberseite verfüllte ich gut mit Epoxy und schnitt die minimalen Überschüsse später mit einer scharfen Klinge bündig ab.
Wichtig bei dieser Leiste ist, dass sie nicht die Haltestange des Sägeblattes berührt. Unbedingt mit angezogener Leiste überprüfen!
Die Klemmleiste über den hinteren Teil des Fußes ist schwenkbar. Diese Klemmleiste ist an einem Ende mittels Scheibe und Flügelmutter befestigt und lässt sich um diese Schraube über den Sägefuß schwenken.

Am anderen Ende gleitet dann die dortige Schraube in einem Schlitz bis zur Mitte der Klemmleiste. Die Fixierung der Maschine erfolgt letztlich mittels Anziehen aller vier Flügelmuttern.

Mittels des Tisches lassen sich jetzt viele Sägearbeiten auch mit recht kurvigen Schnitten sauber und präzise ausführen. Das konnte ich ausgiebig beim Aussägen der Spanten für die Orion Edge testen.

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Kurvige Schnitte – kein Problem!

Die Montage

Zur späteren Montage einfach die Maschine mit bereits aufgeklipster Universalhalterung auf die Unterseite des Tisches stellen mit dem Sägeblatt im Schlitz, nach vorn unter die vordere Klemmleiste schieben, hinteren Klemmriegel über den Fuß schwenken, alle Flügelmuttern anziehen, das Ganze umdrehen und in Schraubstock einspannen – fertig!

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Die Maschine ist fertig zum Einsatz …
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… und so sieht das Ganze von der Seite aus

Der Anschlag

Und da ich gerade so schön dabei war, kam mir der Gedanke, dass ein Parallelanschlag für gerade Schnitte doch ein sinnvolle Sache wäre.
Den fertigte ich nach dem Prinzip der Klemmstege der Universal-Helling. Er ist aus Alu-Profil gefertigt und mittels zweier Schienen stufenlos von 0 bis gut 60 mm verstellbar. Seine stets parallele Position wird durch zwei „Kufen“ an den Enden gewährleistet, die an Vorder- und Rückkante des Tisches laufen.

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Der fertige Sägetisch mit Anschlag auf der Stichsäge montiert
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Der Anschlag von oben …
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… und von unten. Die „Kufen “ links und rechts sind mit Epoxy angklebt und laufen an der vorderen und hinteren Kante des Sägetisches
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Damit bekomme ich jetzt richtig gerade und saubere Schnitte hin – wie hier für die Schleifbretter aus immerhin 8 mm Sperrholz

Das Sägen

Ich säge maximal 8 mm Sperrholz mit dem Maschinchen. Nach ein paar Probeschnitten funktionierte die Sägerei schnell richtig gut. Das kleine Geheimnis ist, möglichst keinen Druck auf das zarte Sägeblatt auszuüben, nur gefühlvoll nachführen, damit die Zähne Zeit haben, ihre Arbeit zu tun. Andernfalls biegt sich das Blatt zu einer Seite und der Schnitt wird schief – auch trotz Anschlag.
Bei den Probeschnitten ein wenig mit der elektronischen Hubzahlregelung spielen. So bekommt man schnell heraus, wie es am besten funktioniert und die Ergebnisse sind ganz ausgezeichnet. Selbst recht enge Radien sind kein Problem. Das Aussägen der Spanten funktionierte jedenfalls einwandfrei und ging auch recht schnell vonstatten.

 

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